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Unsere Fotovoltaik-Anlage ist errichtet

Ein gutes halbes Jahr hat es gedauert vom Wunsch bis zur Realisierung. Nachdem wir uns eingerichtet und eingelebt hatten, die Handwerker auch mit den Restarbeiten fertig waren und der Sommer sich dem Ende zuneigte, kam das Thema Fotovoltaik auf den Tisch. Mit dem EEG 2021 wurde das Modell Mieterstrom wieder akzeptabel. Es zeigte sich, dass noch genug Kapital vorhanden war für eine große PV-Anlage. Die Vergabe in dritte Hand war keine Lösung. Zum einen fiele die Anlage aus betriebswirtschaftlichen Gründen nur mittelgroß aus. Zum anderen würden die Verwaltungskosten den möglichen Gewinn übersteigen.

Durch intensive Recherche ergab sich:

  • Wir müssen alles selbst in die Hand nehmen.
  • Wir brauchen eine eigene Gesellschaft für die Anlage, um sie steuerrechtlich vom Wohnprojekt zu trennen. Die Wohnprojekt GbR fällt unter die Kleinunternehmerregelung und erzielt keine Einkünfte. Die Betriebsgesellschaft für die PV-Anlage erzielt Einkünfte, da sie den Sonnenstrom an die Wohnungsnutzer und den Allgemeinstrom an die Wohnprojekt GbR verkauft.
  • Es darf keine Personenidentität der beiden Gesellschaften geben.
  • Es muss ein GbR-Vertrag formuliert, eine Steuernummer beim Finanzamt beantragt, ein eigenes Bankkonto errichtet und eine Geschäftsführung eingesetzt werden.
  • Die rechtlichen Hürden für ein Mieterstrom-Objekt sind extrem hoch und vielfältig. Man wird kleiner Versorger, quält sich mit den Themen Mieterstromvertrag, Umsatzsteuer, Stromsteuer, EEG-Umlage, Markstammdatenregister, Versicherung, …
  • Die technische Seite ist auch vielfältig. Art und Größe der Anlage, Ausrichtung auf dem Dach, Leitungsführung vom Dach in den Keller zu den Wechselrichtern, Batteriespeicher ja oder nein, …
  • Die betriebswirtschaftliche Betrachtung wurde immer schwieriger. Die Rahmenbedingungen änderten sich ständig, sodass wir als Ziel formulierten, die Anlage solle über 20 Jahre gesehen insgesamt eine schwarze Null schreiben.
  • Es bestand Konsens, dass die Anlage möglichst groß sein sollte. Hier war schnell klar, dass 25 kWpeak eine Grenze darstellen, da sonst die mess- und steuerungstechnischen Anforderungen zu groß werden.

Gleichzeitig ging es an die Umsetzung. Wir entschieden uns für den Namen
„Sonne Alt-Osternburg GbR“.

Die Elektroinstallation war schon entsprechend ausgelegt. Wir hatten von Anfang an nur einen Netzverknüpfungspunkt mit EWE-Netz. Alle Wohnungszähler sind unser Eigentum. Leider ließ sich der Stromliefervertrag nicht von der Wohnprojekt GbR auf die Sonne GbR übertragen. Wir mussten kündigen und neu abschließen. Das wurde zum Jahresende eine Herausforderung.

Im Dezember haben wir dann den Antrag auf Förderung der PV-Anlage bei der Stadt Oldenburg gestellt, der kurzfristig positiv beschieden wurde.  Wie schon beim Antrag auf Förderung der 300 m² des Gründaches zeigte sich, dass im Unterschied zur KfW, der N-Bank oder dem BAFA diese Anträge sehr einfach gehalten sind und schnell bearbeitet werden. Für eine Förderung des Speichers waren wir zu langsam, die rechtlichen Vorgaben waren nicht so schnell zu erfüllen.

In die engere Auswahl kamen drei Solateure, die sich preislich nicht wesentlich unterschieden. Das Thema Mieterstrom war für alle drei relativ unbekannt. Entschieden haben wir uns dann für die Fleer naturstrom GmbH aus Börger.

Ende Februar bauten wir in Eigenarbeit für die acht PV-Leitungen ein parallel laufendes Fallrohr vom Dach bis zum Keller. Mitte April war es dann nach Lieferproblemen bei den Montagegestellen soweit. Innerhalb von drei Tagen waren 64 Module und 2.000 kg Ballast auf dem Dach, viele Meter Leitungen gezogen und zwei Wechselrichter installiert. Auf den Batteriespeicher werden wir allerdings noch ein paar Monate warten müssen.

Unsere PV-Anlage ist eigenverbrauchsoptimiert, d. h. entsprechend des Flachdaches vom 2. OG ausgerichtet nach Nordost/Südwest bei einer Neigung der Module von 10°. In Summe sind es 24,32 kWpeak, aus regelungstechnischen Gründen des Netzbetreibers abgeregelt auf 70%. Da wir sowohl die erzeugte Energie als auch die Einspeisung in das Netz der EWE messtechnisch erfassen, lässt sich der Mieterstromanteil einfach berechnen. Für jede kWh, die wir ins EWE-Netz einspeisen, werden wir eine Vergütung von ca. 6,4 ct. bekommen. Das ist allerdings weit unter den Erstellungs- und Betriebskosten der Anlage. Für jede im Haus verbrauchte kWh werden wir einen Mieterstromzuschlag von ca. 3 ct. erhalten. Dann wäre es gerade so auskömmlich. Je mehr wir also intern verbrauchen, desto weniger Energie müssen wir zukaufen und desto günstiger wird die kWh im Durchschnitt. Ohnehin darf die kWh für die „Mieter“ nur maximal 90% des Grundtarifs des Pflichtversorgers kosten. Deshalb investieren wir noch in einen PV-Batteriespeicher, der eine Kapazität von knapp 13 kWh haben wird. Damit wird sich an vielen Tagen der gesamte nächtliche Verbrauch abdecken lassen.

Die Stromer können kommen

Seit Kurzem befinden sich an unseren Stellplätzen zwei 11 kW-Wallboxen. Sie stehen den Hausbewohnern und Hausgästen zur Verfügung. Wir hatten in der Bauphase schon alle erforderlichen Leitungen ziehen lassen, so dass der Aufbau innerhalb von einem Tag erledigt war. Vorher mussten wir natürlich noch ein Fundament für die frei stehende Stele gießen und Platz für die Zuleitung in den Fahrradraum schaffen. Für das bereits vorhandene Elektroauto bekam die Wallbox ein fest installiertes Kabel, die andere eine Steckdose. Anspruchsvoll war die Auswahl der Wallboxen. Sie sollten für die Abrechnung einen MID konformen Zähler haben, per LAN und per Mobilfunk abfragbar, per RFID-Karte freischaltbar und auch noch lieferbar sein. Entschieden hat sich unser interner Betreiber für das Modell Terra von ABB, einem renommierten Anbieter.

Jetzt hat alles seine Ordnung

Unser Nebengebäude ist zwar mit knapp 50 m² schon recht groß, aber 30 Räder, Fahrradanhänger, Kindergefährte, Schubkarre, Rasenmäher, Gartengeräte etc. brauchen viel Platz. Unsere Architekten hatten ein sehr innovatives Radparkersystem von einem Schlosser aus Stralsund gefunden. Die Zielrichtung ist zwar eher die Präsentation im Radeinzelhandel, für größere Wohnanlagen ist das System aber durchaus auch interessant. Nach intensiver Abwägung, einigen Dominoeffekten durch umfallende Räder und sehr guter telefonischer Bewertung durch eine WEG in Bremerhaven haben wir uns entschlossen das System für 30 Räder anzuschaffen. 10 Schrägparker (55°) und 20 Flachparker haben wir bei bestem Wetter an einem Samstagvormittag aufgebaut. Jetzt hat alles seine Ordnung 🙂
Wer es interessant findet: schulze-stralsund.de/

Der erste Schnee

Kaum waren wir eingezogen, überraschte uns der Schnee. Dank vieler fleißiger Hände wurde er immer wieder schnell aus dem Weg geräumt. Hier zeigte sich unser Ansatz als erfolgreich: „Wer Arbeit sieht, der macht sich dran!“

Die Kinder stellten fest, der Weg zu den Rodelbergen auf dem Spielplatz an der Kampstraße ist nicht weit.

Auch unsere Heizungsanlage hat ihren ersten Härtetest mit Bravour bestanden, niemand hat gefroren, die Fußbodenheizung funktioniert. Die große Solarthermieanlage sammelt fleißig das Sonnenlicht ein und in den Wohnungen gibt es Dank der Wohnungsstationen immer ganz frisch erzeugtes heißes Wasser.

Wir sind da und grüßen unsere Nachbarinnen und Nachbarn!

Ein wenig hat es gedauert und in der einen oder anderen Wohnung ist noch etwas zu tun, im Großen und Ganzen aber können wir die von uns gewollte Gemeinschaft leben – und es macht schon riesig Freude.

Im Dezember begann die „heiße“ Phase und die ersten brachten schon mal Umzugskartons und Möbel in die Dragonerstraße. Und nun mit Beginn des März sind wir komplett, alle sind eingezogen.

Die ersten Fragen „Wer bringt die Mülltonnen an die Straße?“, „Wie, wann nutzen wir die Waschmaschinen und Trockner und wo und wie wird das vermerkt und abgerechnet?“, „Wie regeln wir das mit dem Carsharing?“ sind geklärt. Unsere erste Gesellschafterversammlung vor Ort bei schönstem Sonntagswetter auf dem Hof mit viel Abstand ergab, dass wir immer noch alle ähnlich ticken und auf pragmatische Lösungen setzen.

Unser Dank gilt allen Handwerkerinnen und Handwerkern, helfenden Händen, kreativen Köpfen und Mitwirkenden, die uns die letzten Jahre, Monate, Wochen und Tage unterstützt, geholfen und viel Zuspruch geleistet haben. Und nicht zuletzt danken wir team3 für die schöne Architektur und das Eingehen auf unsere Wünsche, Anregungen und manchmal auch Kritik.

Wir freuen uns, hier angekommen zu sein, freuen uns auf die Begegnungen mit der Nachbarschaft und sagen den unmittelbar Betroffenen vielen Dank fürs Aushalten des Baulärms.

Trotz Corona geht es gut voran

Unsere wunderschönen Holzfenster sind eingebaut, das Farbkonzept steht. Das Dach ist fast komplett, der Putzer wird auch in dieser Woche fertig. Viele Gewerke sind auf dem Bau und verteilen sich auf die Stockwerke. Die zweite Version der Freiraumplanung liegt auf dem Tisch. Das hintere Gartengrundstück ist noch eine grüne Hölle. Auch als Baugruppe kommen wir weiter; die Gemeinschaftsordnung steht kurz vor der Verabschiedung, die Diskussion zum Carsharing ist in vollem Gange.

Das virtuelle Richtfest

Unsere Baufirmen haben kontinuierlich weiter gearbeitet. Eine Winterpause gab es nicht. Der Rohbau ist  zum großen Teil fertig. Das Dach des 1. OG steht, die Balkenlage im Staffelgeschoss liegt auf. Der Kran ist mit etwas Mühe wieder vom Grundstück gekommen. Die sanitären Rohbauinstallationen nehmen langsam ihren Platz ein. Unsere monatlichen Baugruppentreffen stehen im Augenblick leider unter Vorbehalt. Wir müssen wie alle anderen mit alternativen Wegen Vorlieb nehmen. Die Zusammenarbeit mit unserer Hausbank GLS Gemeinschaftsbank Bochum klappt hervorragend. Wir hatten ein großes Richtfest geplant, das muss nun leider ausfallen.
Zumindest virtuell hat es stattgefunden …

Die Erdgeschosswohnungen sind schon erlebbar

Es geht voran. Die Kalksandsteinblöcke im XL-Format sind beeindruckend. Sie kommen fertig gesägt auf die Baustelle, es hat ein wenig von Lego für Riesen. Das Erdgeschoss ist fertig, die größte Decke gegossen. Der Gemeinschaftsraum und die ersten vier Wohnungen stehen. In der Baugruppe sind inzwischen viele Entscheidungen gefallen, die Aufträge für die wichtigsten Gewerke vergeben. Das Farbkonzept wird emsig diskutiert.

Der Keller ist fertig …

… und damit auch die ersten Gemeinschaftsräume

Der Altbaukeller wurde einschließlich Kellertreppe erhalten, der Neubaukeller daran angeschlossen. Der Aufzug führt natürlich in den Neubaukeller mit Waschmaschinenraum und Gemeinschaftswerkstatt. Die Baugrube sah gewaltig aus, da aber unser Bauunternehmer die Kellerwände gern selbst schalt, war die Größe unabdingbar. Nach der Verfüllung relativierte sich dies. Die Grundwasserabsenkung war nur für die Unterfahrt des Aufzuges notwendig, da der Pegel aufgrund des trockenen Sommers in drei Metern Tiefe lag.

Nachbarschaftstreffen am 1. September

Da unser Grundstück ja ziemlich versteckt liegt, hatten wir die näheren Nachbarn zu einem „Kaffeetrinken“ im Anschluss an unser Baugruppentreffen eingeladen. Einige nahmen die Gelegenheit wahr, um die Baugruppe und das Vorhaben näher kennenzulernen. So konnten wir uns persönlich vorstellen und viele Aspekte besprechen. Außerdem hat so die ganze Baugruppe die Fortschritte erleben können. Wir sind jetzt vollständig, das heißt alle Wohnungen sind an die zukünftigen Bewohnerinnen und Bewohner vergeben und der Baubeginn ist erfolgt.